Rezension: Vom Ende an

Dezember 30, 2017

Ich stehe Stunden vor der Geburt, vor dem Ereignis, das ich im Leben nicht für möglich gehalten habe, und R ist auf einem Berg.
C.H. Beck)



Seiten: 157
Verlag: C.H. Beck
Erscheinungsjahr: 2017

 





Megan Hunter, geboren 1984 in Manchester, lebt mit ihrer Familie in Cambridge. Hunter hat englische Literatur studiert und stand mit ihrer Lyrik auf der Shortlist des Bridport Prize. Ihre Erzählung "Selfing" war nominiert für den Aesthetica Creative Writing Award. "Vom Ende an" ist ihr erstes Buch, es erscheint zeitgleich in zahlreichen Ländern. 
C.H. Beck)
 


  



Eine Frau bekommt ihre erstes Kind, während eine Naturkatastrophe England verwüstet. Auf der Flucht verschwindet ihr Gefährte aber neben Schrecken und Barberei erlebt die Erzählerin auch das intime Glück einer Mutter-Kind-Liebe.
C.H. Beck)
 


   



Eine Frau, die Erzählerin, bekommt ihr erstes Kind. Gleichzeitig sucht eine gewaltige Naturkatastrophe das Land heim. Eine Flut überschwemmt weite Teile Englands, Feuer brechen aus. Die Frau und ihr Gefährte müssen mit ihrem Baby den Ort verlassen, Zuflucht suchen, sich auf eine Insel flüchten. Die kleine Familie wird getrennt. Der Schrecken eines sich steigernden Umweltdramas und die Intimität und das Glück einer Mutter-Kind-Liebe entfalten sich parallel. Mit den Augen eines Neugeborenen wird eine Welt entdeckt, die sich zugleich womöglich zu verabschieden droht.
Lyrisch und lakonisch, durchsetzt mit Passagen, die sich wie Bibelzitate lesen, von archaischer Wucht und poetischer Zartheit, klug, komisch, dann wieder wie in Stein gemeisselt - einen solchen Text hat man lange nicht mehr zu lesen bekommen. Wie ein weibliches Gegenstück zu Corman MacCarthys "Die Strasse", gleichzeitig beklemmend wahrscheinlich und doch von geschichtloser Wahrheit - hier ist eine neue Autorin zu entdecken!
C.H. Beck)
 


   



Normalerweise ist dieser Mix aus Roman und Poesie nicht mein Geschmack. Wenn ich einen Roman lesen möchte, greiffe ich eben zu einem Roman und wenn ich Gedichte lesen möchte, dann greiffe ich zu Gedichten. 
Hier habe ich mich also wieder mal an etwas gewagt und versucht herauszufinden, ob ich meine Meinung geändert habe, oder ob ich immer noch dasselbe denke. 
Es ist ein Buch, was mich mehr als nur einmal komplett verwirrte und ich ab und zu mit dem Gedanken spielte, abzubrechen. Aber ich konnte nicht. Denn es hat etwas so Spezielles und Einzigartiges an sich, dass es mich auch nicht in Ruhe gelassen hätte, wenn ich nicht bis und mit der letzten Seite, die Worte in mir aufgenommen hätte. 
Nicht immer ist die Wortwahl von Megan Hunter eine schöne, aber gerade dann dachte ich mir auch, jemand spricht die kalte Wahrheit aus. Die Geschichte dahinter muss ich ehrlich gestehen, gefiel mir nicht. Ich fand keine Spannung darin, es interessierte mich nicht wirklich, wie es mit den Personen weiterging. Vielleicht lag es auch daran, dass niemandem einen Charakter verliehen wurde, sie hatten nicht mal Namen. R hiess der Mann der Erzählerin und Z hiess das Kind. Mehr gab es nicht als Beschreibung.
Ich las das Buch also nicht zu Ende wegen der Geschichte, sondern wegen dem Umgang mit Worten. Auch kann ich nicht behaupten, dass die Worte wunderschön waren, für mich waren sie interessant und inspirierend.
Es ist also wieder mal so ein typisches Buch, bei dem die Meinungen sehr stark auseinander gehen werden. 


Tina       

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